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Rundschreiben 113

 

Wir saßen unter einem Jakaranda-Baum in Afrika [mehr...]

 

Brunnenbau

 

An der neu gebauten abc-Primary in Chideya, Malawi [mehr...]

 

Rundschreiben 111

 

Trotz Einschränkungen und Widerstände durch Corona bauen wir in diesem Jahr 7 Schulen in Malawi. [mehr...]

 

Rundschreiben 109

 

Bericht zur 20. Malawi-Reise mit vielen Terminen, Begegnungen, Erlebnissen [mehr...]

 

News-Archiv [mehr...]

 

…aufgespießt in Malawi und Sambia

 

Zu unserer Überraschung war Mr.Ghambi, der Chef der Boreholedriller Company, der uns wegen des Brunnens in Chikhosi im Hotel besuchte s.o., gerade Parlamentarier geworden - auf dem Ticket der Partei des Präsidenten.

 

Am 19.5. am Tag unsere Ankunft war nämlich Parlamentswahl. Der alte und wieder gewählte Präsident Dr. Bingu ließ sich über Tage hinweg gebührend und ausdauernd feiern. Das ganze Land war im Wahlkampf von seiner Partei mit abertausenden hellblauen Kappen, Tüchern, Stickern und T-Shirts mit seinem aufgedruckten Konterfei überzogen. Selbst 10 große Werbebusse waren hellblau gespritzt.
Von der Opposition keine Spur. Auch in „aufstrebenden Demokratien“ gilt der alte germanische Spruch: „Ohne Moos nix los!“

 

Am 22. fand schon die Inaugurationsfeier im Fußballstadion von Lilongwe statt.
Alles – Menschen, Tribünen, Fahrzeuge waren in hellblau getaucht. Sogar der Präsident trug einen himmelblauen Anzug.
Nur die roten Roben der Richter mit ihren strohfarbenen Perücken und die roten Gardesoldaten stachen hervor. Die Veranstaltung – immer wieder im Fernsehen wiederholt – war schaurig-schön / schön schaurig bis grotesk.
Ein besonderer Ehrengast saß neben dem Präsidenten: Der Präsident von Simbabwe Mugabe!
Welch eine Ehre, einen solchen Gast zu haben!

 

Allein vor unserem Hotel standen Abend für Abend 25 Riesenautos mit Fahrer und Assistenten für die internationalen Wahlbeobachter. (Ihr Bericht könnte so ausfallen: Keine besonderen Vorkommnisse. Hier und da waren zu viel oder zu wenig Wahlscheine vorhanden. Zu wenig Wahllokale, deshalb zu lange Wählerschlangen und Wartezeiten.)

 

Im Lande entwickelt sich eine kleine Mittelschicht. Sie entsteht durch ausländische Investitionen, Weltbankkredite, internationale Projekte der Geberländer, Abbau der Uranvorkommen durch Australien. So fügt es sich, dass der Präsident früher bei der Weltbank gearbeitet hat. Es gibt viele Bauprojekte. U.a. wird ein völlig überdimensioniertes Parlamentsgebäude errichtet.
Die Leute, die es zu etwas Wohlstand gebracht haben, mauern ihre Häuser und Siedlungen ein und damit sich selbst. Auch das Hotel wird jetzt ummauert.

Unser Helfer in Malawi brachte mir einen detaillierten Businessplan:
Jetzt nach der Ernte ist Mais billig, ab September bis März verdreifacht sich der Preis, weil die Vorräte der Leute und der Lager zur Neige gehen. Er wollte von mir einen persönlichen Kredit von 2000 $ haben und Mais kaufen, in Säcke abfüllen und einlagern. Zum Jahresende würde er die Menge für 6000 $ verkaufen und 4000 $ Cash haben!


Sehen Sie, meine Damen und Herren, wofür ein 8-semestriges Studium, wenn man die Volkswirtschaftslehre kapitalistischer Prägung on the road und en passent verinnerlichen kann?! Das können uns besser noch nicht einmal Harvard und Yale beibringen.

 

Den Armen in Land geht es noch schlechter. 60% unter einem Dollar am Tag. In Randregionen 75%. Keine Jobs! Die Analphabetenrate 66%. Zuwenig Schulen und Lehrer, zu viele Kinder, 25-35 %Aids, mangelnde Gesundheitsfürsorge, Hygiene, Wasser- Stromversorgung …..
Je weiter entfernt man von den Städten lebt, umso schlimmer.

 

Auf der Rückreise ein Abstecher nach Sambia dem großen Nachbarland. Zweimal so groß wie Deutschland, mehr als 6-mal größer als Malawi, bei etwa gleicher Bevölkerungszahl von 12 -13 Millionen.
Auch hier heißt die Währung Kwacha. Aber 1 Dollar kostet hier 5000 in Malawi 150 Kw. Die Inflation galoppiert.

 

In Sambia war landesweiter Lehrerstreik. Regierungsmitglieder sollen 10 Millionen Dollar gestohlen haben. Deshalb konnten die ohnehin zu mageren Lehrergehälter wochenlang nicht ausgezahlt werden.

 

Die Universitäten sollen hier besser sein, als in den Nachbarländern. Deshalb kommen viele Studenten aus dem Ausland und gehen nach dem Examen wieder zurück. Die einheimischen Absolventen versuchen nach Südafrika zu gehen. Die Berufschancen sind dort viel besser für Qualifizierte. Sambia beklagt den Braindrain.

 

Die internationale Wirtschaftskrise schlägt hier voll durch. Sambia lebt vom Kupfer, dem Tourismus und der Landwirtschaft.

 

-Der Kupferpreis ist ins Bodenlose gefallen, der Export kommt zum Erliegen. Viele Firmen mussten schließen. Arbeitslosenhilfe gibt es nicht. China will nun die sambischen Kupferminen aufkaufen!

 

-Der Tourismus ist z.B. in den Hochburgen Livingstone und den Tierparks rückläufig.

 

-Die Regierung hat den Maispreis per Dekret drastisch nach unten gesetzt, weil die Armen ihn nicht mehr aufbringen konnten. Die Folge: Die Bauern können die Kredite nicht mehr zurückzahlen, die sie für das Saatgut aufgenommen hatten. Sie hatten dafür ihr Land verpfändet.

 

Ein Schelm, der Böses dabei denkt:
Präsident der Republik Sambia, Dr. Banda, hat den sambischen Botschafter in Deutschland General!!! Chinkuli mit dem höchsten Orden des Landes für besondere Verdienste behängt – am Tag der Freiheit. Am selben Tag wurde ein Oppositioneller wegen friedensgefährdender Umtriebe eingekerkert.

Signatur Kuhn

1.6.2009
F.-J. Kuhn

 

 

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